Der Trabant, das legendäre ostdeutsche Auto, wird 60 Jahre alt.

Am 7. November 1957 lief der erste „Trabi“ vom Band. Tausende von ihnen überquerten 1989 von Ost- nach Westdeutschland, zwei Jahre bevor die Produktion eingestellt wurde. Entdecken Sie die Geschichte des Autos, das heute Kult ist.

Der „laufende Karton“, der „Plastikbomber“ oder der „sächsische Porsche“ – das sind nur einige der vielen Spitznamen, die dem Trabant gegeben wurden.

Und jeder Witz hat ein Körnchen Wahrheit: Das Auto, das im sächsischen Zwickau hergestellt wurde, bestand aus einem Hartkunststoff namens Duroplast, der aus recycelten Materialien wie Baumwollfasern, Kunstharzen und Lumpen aus der Sowjetunion hergestellt wurde.

Metall war in der DDR knapp, so dass der Autohersteller des Trabis die damals verfügbaren Rohstoffe verwendete – zumindest konnte das Auto nicht vollständig rosten…..

Innovation? Nein, danke, danke!

Obwohl es Pläne für die weitere Entwicklung gab – und ostdeutsche Ingenieure entwickelten sogar Prototypen -, stoppten die Führer der DDR die Produktion neuer, verbesserter Modelle. Da die ostdeutsche Automobilindustrie zwangsläufig nicht mit dem Westen mithalten konnte, wurde der Trabi dazu verurteilt, das schmutzige, laute Abgasgebläse zu bleiben, das wir bis heute kennen.

Da es in der DDR kaum eine Alternative zum Trabi gab, fand er Käufer. Die Menschen waren sogar begierig darauf, Jahre zu warten, da die Nachfrage das Angebot bei weitem überstieg. Während 1989 rund 16,4 Millionen Menschen in Ostdeutschland lebten, wurden von 1959 bis 1991 nur etwa drei Millionen Trabis hergestellt.

1989: Der Trabi wird zum Kultobjekt „Auto des Jahres“.

Weltberühmt wurde das Modell nach dem Fall der Berliner Mauer, als 1989 Tausende von Trabis die Grenze von Ost- nach Westdeutschland frei überquerten und es zum „Auto des Jahres“ machten. Doch trotz seiner aufgeladenen Symbolik verschwand der Trabant schnell darauf von Deutschlands Straßen.

Westliche Autos waren schlanker, und die modernen Autos appellierten an die wiedervereinigte Nation viel mehr als das kompakte, weniger komfortable altmodische Fahrzeug.

Im Jahr 1991 wurde die Produktion daher eingestellt. Die Region, in der sie hergestellt wurde, ist jedoch nach wie vor ein wichtiger Standort für die deutsche Automobilindustrie. Volkswagen ließ sich in Zwickau, Chemnitz und Eisenach nieder und entwickelte dort die Modelle Golf und Polo. Seit 1992 produziert Opel dort Autos und zahlreiche neue Zulieferer, die Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt ihr Zuhause nennen.

Ein beliebter Oldtimer

Während die Deutschen für ihre Liebe zu luxuriösen Autos bekannt sind, bleibt der Trabi in den Augen vieler ein Kultauto. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamtes waren zu Jahresbeginn rund 34.500 Trabanten in Deutschland registriert.

Trabantbesitzer treffen sich jedes Jahr zu verschiedenen Fantreffen in ganz Deutschland, und verschiedene Unternehmen ermöglichen es den Touristen, in ihnen herumzufahren.

Sogar Google hat das legendäre Erbe des ostdeutschen Autos gefeiert. In seinem Google Doodle für den Tag der Deutschen Einheit 2017 schuf der Technikriese ein skurriles Bild mit einem blauen Trabi und einem roten westdeutschen Volkswagen.